Hamburger fährt zu dem Stamm, der alle Fremden tötet

Von Gerhard Malsch

Hamburg - Und wieder lockt ihn das Abenteuer. Der Hamburger Konditormeister Rüdiger Nehberg (40) setzt seinen Fuß in das "Vorzimmer der Hölle". Per Pedes will er die 700 Kilometer lange Danakil-Wüste, den "Glutofen Äthiopiens" durchqueren.

Denn das gelang erst einer Expedition 1928. Weitere Versuche scheiterten am kriegerischen Stamm der Danakils, die jeden Fremden töten und ihm den Penis abschneiden.

Am 1 Januar 1977 fliegt Rüdiger Nehberg, er hat den Schock über den Tod seines Kameramannes Michael Teichmann, der bei der Nil-Expedition von Wegelagerern am 12. Januar 1975 erschossen wurde, überwunden, nach Addis Abeba. Zum Team gehören Kameramann Klaus Denart (34) und Chemiestudent Horst Walther (25).

Im Gepäck ist eine ,,Wassermaschine" für die Wüste Zeolith, eine wassergierige, körnige Chemikalie saugt nachts die Luftfeuchtigkeit auf. Am Tag wird mit Hilfe eines Parabol-Spiegels das Zeolith auf 200 Grad erhitzt und so das gespeicherte Wasser gewonnen.

Aus 5 kg Zeolith läßt sich ein Liter Wasser herausziehen.

Die Danakil-Wüste ist noch ein weißer Fleck auf der Landkarte. Mit Hilfe der garstigen. Wüstenbewohner will das Nehberg-Team Farbe hineinbringen.

Daher wird von den fünf Kamelen seiner Expedition eines nur mit Geschenken beladen sein, um die Wüstenscheichs gnädig zu stimmen.

... Vermutlich, BILD-Zeitung, Dezember 1976