In zwei Monaten durch die heißeste Wüste der Welt: Horst Walter, Klaus Denart und Rüdiger Nehberg (von links)

rud Hamburg.
24. Dezember

Ein paar Körner der Chemikalie "Zeolith", einen großen Parabolspiegel aus Aluminium und ein paar Gläser - mehr braucht man nicht, um in der Wüste klares Wasser sprudeln zu lassen. Das hat der Hamburger Afrikaforscher Rüdiger Nehberg (41) heraus gefunden.

Er startet am 1. Januar mit dem Kameramann Klaus Denart (34) und dem Chemie-Studenten Horst Walther (25) zu einer Expedition durch die höllisch heiße Danakil-Wüste in Äthiopien. Die Wüste ist so groß wie die Bundesrepublik, Tagestemperatur: 60 Grad. "Im Laborversuch hat die Wassergewinnung hervorragend geklappt", sagt Horst Walther. "Die Chemikalie saugt wie ein Schwamm die Feuchtigkeit aus der Luft und speichert sie. Mit dem Parabolspiegel erzeuge ich Temperaturen von 200 bis 300° C. So wird das Wasser aus der Chemikalie wieder herausdestilliert." sagt der Chemiker.

Aus zwanzig Kilo Zeolith hofft er täglich zehn Liter Wasser gewinnen zu können. "Wir könnten mit diesem System sogar unseren eigenen Schweiß in Wasser verwandeln, sagt Expeditionsleiter Nehberg.

... schrieb das Hamburger Abendblatt am 24. Dezember 1976