Minuten-Gespräch

heute mit:.

Dipl.-Chemiker Horst Walther, Veersebrück.

RK: Sie planen eine private Katastrophenhilfe für Opfer des Erdbebens in Jugoslawien?

WALTHER: Eigentlich sollte es eine ganz normale Urlaubsreise werden Erholung und Sonne in Griechenland! Da kam uns in Kreise einer Gruppe von Globetrottern der Gedanke, diesen Urlaub mit einer kleinen, aber unbürokratischen Hilfsaktion für die Erdbebenopfer im jugoslawischen Montenegro zu verbinden.

RK: Wie kamen Sie auf die Idee?

WALTHER: Zu oft hatten wir Globetrotter in diesem Falle die in der Deutschen Zentrale für Globetrotter (dzg) zuammengeschlossenen Weltenbummler der Not und dem Elend in der Dritten Welt hilflos gegenübergestanden. Hier bot sich nun eine Chance zur aktiven Hilfe Da das Katastrophengebiet ohnehin im Rande durch fahren werden sollte (entschlossen wir uns, besonders dringend benötigte Kleidungsstücke zunächst in unserem Kreis und später in größerem Rahmen zu sammeln.

Die Leitung übernahm Lydia Otto, eine geborene Jugoslawin, die übrigens aus dem Katastrophengebiet stammt und seit fünf Jahren mit dein Hamburger Unternehmensberater Rainer Otto verheiratet ist.

RK: War es schwierig. Hilfsgüter für diese Menschen zu bekommen, zumal das Erdbeben schon fast wieder aus dem Gedächtnis der Menschen bei uns verschwunden ist?

WALTHER: Was die Sachspenden betrifft, konnten wir erfreut feststellen, daß die Hilfsbereitschaft groß war. Daneben haben wir auch eine vom Hamburger Senat genehmigte Geldsammelaktion durchgeführt, deren Erfolg jedoch noch nicht voll befriedigt.

RK: Wann werden die Spenden übergeben?

WALTHER: Am kommenden Sonntag wird die Reise hier in Veersebrück beginnen. In meinem Unimog-Reisemobil habe ich eine Ladekapazität von 1,5 Tonnen, so daß ich wahrscheinlich alle Hilfsgüter innerhalb von zwei bis drei Tagen den Betroffenen überbringen kann.

Die Geldspende wird einem von der Jugoslawischen Botschaft benannten Kontaktmann in einem betroffenen Dorf übergeben. Wir hoffen, im Vergleich mit den großen Hilfsorganisationen, schneller zu sein und ohne bürokratische Reibungsverluste zu arbeiten.

RK: Ist es Bürgern möglich. sich auch jetzt noch an der Hilfsaktion zu beteiligen?

WALTHER: Ja. das ist durchaus noch möglich. Wer helfen will, sollte sich an Lydia Otto, Kielmannseggstraße 58, 2000 Hamburg, Telefon (040) 6564376, wenden. Geldspenden werden auf das Konto von Frau Otto erbeten: Postscheckamt Hamburg, Konto 15358-207. Spender erhalten selbstverständlich eine Spendenquittung.

bn.

.. schrieb die Rotenburger Kreiszeitung in der Nummer 125 vermutlich am 26. Mai 1979